Habe ich einen Vogel?

Verfasst am 06.02.2010 um 13:55 Uhr von Toby O. Rink

Wo sind sie nur geblieben, die handschriftlichen und wahren Brieffreundschaften? Stattdessen schreibt uns ein Vogel vor, wieviel Zeichen ich zu schreiben habe, wenn ich jemandem etwas mitteilen möchte. Solange wir uns noch etwas zu sagen haben ist ja alles gut …

Ich möchte ja nicht lästern über neue oder gerade brandaktuelle Dienste wie Twitter oder Facebook, denn ich habe ja selbst einen Zugang bei den »Blauen«. Doch so recht anfreunden kann ich mich da irgend wie nicht mit, obwohl das Video sehr, sehr nett gemacht ist. Ich schaue schon, dass ich hier und da mal was rein piepse und tipse, doch ich glaube der Zwitscher-König werde ich nicht. Wenn man sich mal anschaut, was hier und da für ein Mist getwittert wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis solche Dienste wieder out sind.

Irgendwie finde ich das Reduzieren langer Gedanken auf kurze Sätze ja sehr richtig, denn ich bin auch so ein Langschreiber, der selbst auch nicht gerne lange eMails liest. Twitter ist prima, um eine wichtige Sache kurz mal in die Aussenwelt zu posaunen. Es ist auch prima, wenn ich ein Problem habe, und gezielt eine fachliche Frage an meine Verfolger richte, die sie mir vielleicht in einem Bruchteil von Sekunden beantworten. Für solche Dinge ist der flinke Vogel durchaus sinnvoll. Er ist auch sinnvoll, wenn ich eine wichtige Meldung los werden möchte, die mir wichtig ist und die in kurzer Zeit eine hohe Empfängeranzahl erreichen soll. All‘ solche Dinge sind sicher sehr brauchbar.

Was aber nicht sein kann ist, dass mich dieser Vogel den ganzen Tag auf Trab hält und nervt. Hier ist eine gute Zeitplanung gefragt, die sich gewissen Minuten oder Stunden des Tages den Social Media Aktivitäten widmet. Denn nicht zu vergessen sind ja auch noch unsere lieben eMails, die uns nicht verfolgen sondern einfach mal im Briefkasten zur Landung ansetzen und durchaus zeitintensive Momente unseres Tages in Anspruch nehmen.

Aus diesem Grund liebe Leute ein kleiner Appell nach draussen: »Lasst Euch nicht zu sehr einwickeln von den neuen digitalen Kommunikationsdiensten. Widmet Euch lieber dem persönlichen Gespräch und Austausch, oder schreibt auch mal wieder einen persönlichen Brief oder eine persönliche Karte per Hand. Das kommt vielleicht sogar stilvoller an als eine Mail und sorgt vor allem auch für eine Sache – das Verlangsamen unserer Zeit, um für die Antwort die passenden und wohl überlegten Worte zu finden.

 

Pieps

Toby

 

Eingetragen unter

Schlagwörter

Social Links

Kommentare

Kommentar schreiben