Who Tube – You Tube

Verfasst am 06.02.2010 um 15:12 Uhr von Toby O. Rink

Die Kanäle mehren sich Tag für Tag. Wer hätte 1996 gedacht, dass die Onlinewelt dermaßen zu einem gesellschaftlichen Wandel beiträgt? Irgendwie haben sich diese Entwicklungen gleichzeitig auch mit dem Heranwachsen der jüngeren Generationen abgespielt…

Als ich 1996 mit dem Web Design begann, war das alles noch so etwas Sandkastenmäßig. Man hat mit seinen Förmchen experimentiert, doch so viel Spaß hat das auf Dauer nicht so recht gemacht. Doch eines hatte das Ganze für sich – eine gewisse Art von Socializing. Hat man alleine gesandelt, war ein Elternteil dabei. Waren mehrere Elternteile dabei, hatte man in der Regel auch im Sandkasten einen oder gleich mehrere Spielkameraden. Dann ging das Geplaudere und die Kommunikation erst so richtig los. Ja, da gab es noch Social Media, nur ohne Media – von Angesicht zu Angesicht und mit ereignisreichem und emotionalem Faktor.

Heute passiert das natürlich auch noch, ganz klar. Und doch wachsen die Kids heute mit den Medien ganz anders auf. Sie bekommen das entweder bei den Eltern mit, die inzwischen auch ihre eMails checken, oder schauen sich bei den größeren die Dinge ab, die sie noch nicht kennen. Auch die Spielzeugauswahl wartet heute mit Lernlaptops auf, die wirklich nicht zu unterschätzen sind, und schon auch zum besseren Lernen beitragen können. Generell findet das Lernen heute in einer anderen Dynamik statt. Die Beschleunigung, welche die Medien- und Onlinewelt auf die Gesellschaft überträgt, wird demnach auch auf die Kinder übertragen. Das kann man nun aus Sicht der Erwachsenen als negativ oder positiv sehen. Oder eben einfach neutral, denn die Kids wachsen damit auf. Sie wachsen mit einer anderen Art von Sozialisierung auf, in der die Onlinemedien durchaus eine große Rolle spielen werden. Sie verbinden und vernetzen sich per Handy, Facebook, Twitter, StudieVZ oder anderen möglichen Foren.

Die Aufgabe der Eltern wird es meiner Meinung nach sein, die Kids dabei zu unterstützen, auf vernünftige Art und Weise auch in der Onlinewelt aufzutreten. Denn auch hier gilt es irgendwo auch »Manieren« zu haben und mit einem gewissen (natürlichen) Stil aufzutreten. Doch eines ist klar – die Kommunikation von Auge zu Auge wird dabei wichtig bleiben, wenn nicht sogar wichtiger denn je. Mal wieder Offline zu sein kann auch gut tun. Mal wieder raus in die Welt, dem größten Sandkasten überhaupt und kommunizieren wie die kleinen Kinder.

Herzlichst
Toby O. Rink

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