Das Öl läuft. Was noch?

Verfasst am 28.04.2010 um 22:36 Uhr von Toby O. Rink

Die neueste Ölkatastrophe vor dem Golf von Mexico zeigt einmal mehr, wie wir Menschen uns nach und nach selbst ins Verderben reiten. Doch leider sind es nicht nur wir Menschen, sondern auch Lebewesen, die eigentlich nichts anderes antreibt – außer einfach leben zu wollen.

Das Öl fließt und fließt. Leider nicht in die Pipelines. Man muss sich das einmal genauer anschauen und anhand der aktuellen Zahlen verdeutlichen. Zum heutigen Tag, gerade mal wenige Tage nach dem Unglück, werden täglich 160.000 Liter Rohöl gezählt, die hier den Golf von Mexiko samt dessen Wasserwelt verschmutzen. Der Ölteppich ist aktuell fast doppelt so groß wie das Saarland und breitet sich weiter aus – rund 4.800 Quadratkilometer sind bereits mit Öl bedeckt.

Nun ist man zunächst natürlich damit beschäftigt, die Ausbreitung schnellstmöglich zu stoppen. Die Kosten für BP betragen täglich 4,5 Millionen Euro am Tag. Eigentlich noch viel zu wenig, wenn man die Folgeschäden ins Verhältnis setzt. Wegen mir können sie auch pleite gehen. Die ganze Katastrophe zeigt, dass sich die Menschen auch hier einmal mehr selbst ein Ei gelegt haben, in dem sie die Bohrinsel Deepwater Horizon in einer Tiefe von ca. 1.500 Metern errichteten. Das Problem liegt in der Tiefe selbst, da man zum Kitten des Lecks an die Grenzen des technisch machbaren gerät. Ironisch gesagt – gut gemacht, schlecht gedacht. Alle Versuche sind bisher gescheitert. Ja, schon fast stümperhaft würde ich als Laie da sagen. Man baut eine Bohrinsel in solchen Tiefen und bemerkt dann anhand einer Umweltkatastrophe, dass diese Tiefe eigentlich zum Problem wird. Nun soll ein Versuch gestartet werden, der den Ölteppich systematisch abfackelt, um zu verhindern, dass das Öl ans Festland gelangt und eine weitere Katastrophe auslöst. Eine Entscheidung, die nicht von allen Seiten als positiv geteilt wird, da sie auch weitere Gefahren birgt.

Aber wie dem auch sei’. Lassen wir die Nachrichten weiter darüber berichten. Was mich viel mehr interessiert ist, was man als Ursache für die Explosion heraus finden wird, sofern die entsprechenden Stellen überhaupt die Absicht haben etwas finden zu wollen. Weshalb hat es denn überhaupt geknallt? Unfall oder Anschlag? Drogen gegen Erdöl? Wie man weiss herrscht in Mexiko das Drogenkartell und die Jahre der Erdölproduktion werden schon an beiden Händen gezählt. Nach diesem Ausmaß an Ölverlust braucht man den ein oder anderen Finger sicher schon nicht mehr mitzählen. Da kann man spekulieren wie man möchte. Ob dahinter die Regierung wirkt, das Drogenkartell, beide gemeinsam oder das alles doch ein Unfall war? Viel zu viel geschah in den letzten Jahren rund ums Thema Öl. Sind wir wirklich so abhängig von diesem begehrten Rohstoff? Wie Marionetten lassen wir uns von den Öl-Konzernen diktieren. Sie schließen Pipelines wenn gestreikt wird und drücken damit ihre lächerliche Machtposition aus. Noch interessanter ist, dass an der Spitze der größten Unternehmen der Welt aktuell zwei Ölkonzerne stehen. Was hier alles läuft, zeigt auch ein sehr interessanter Link weiter unten zur Film-Doku von arte mit dem Titel »Erdöl, Brot und Korruption«. Das gehört genauso abgefackelt, wie der sich gerade ausbreitende Ölteppich im Golf von Mexiko.


Weiterführende Links:

Deutschlandfunk zum Thema »
Der Spiegel berichtet »
Die größten Unternehmen der Welt »

 

Herzliche Grüße
Toby O. Rink

 

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