Schwarz, Rot, Freiheit.

Verfasst am 05.07.2010 um 08:14 Uhr von Toby O. Rink

Seit Beginn der Fußball WM 2010 können wir Deutschen mehr als stolz sein auf unser Fußball Nationalteam. Wir dürfen aber auch stolz sein auf unser Land. Und wir dürfen diesen Stolz auch ruhig etwas selbstbewusst zeigen. Nicht arrogant und blöd, aber ruhig... mit innerem Stolz und einem berechtigten Selbstbewusstsein.

Ja, man spürt das aktuell ganz deutlich. Zu Beginn war das noch ein Fiebern, verbunden mit lockeren Sprüchen wie: "Das ist ja nur ein Spiel. Hauptsache, sie fliegen nicht nach der zweiten Runde raus." Nach dem 4:1 Sieg gegen England und dem anschließenden 4:0 Sieg gegen Argentinien spürt man in unserer Gesellschaft förmlich, dass es hierzulande um wesentlich mehr geht. Und gut ist, dass auch Menschen vom Jubel- und Gewinn-Fieber angesteckt werden, die sonst mit Fußball nicht sehr viel am Hut haben.

Jetzt, wo das Halbfinale erreicht ist, klopft im Inneren der Menschen irgend eine Stimme an und sagt: „Hallo! Schön, dass Du Deinen Emotionen freie Fahrt gewährst und sie auch mit anderen teilst“. Unser verborgenes ICH formt sich plötzlich zu einem offenen WIR. So fällt man beim Jubelschrei Menschen um den Hals, die man zuvor noch nie gesehen hatte. Man gewöhnt sich zunehmend an den Look der Farben schwarz, rot und gold und zeigt sie mit vollem Stolz.

Ja diese drei Farben. Lange Zeit hatte ich persönlich das Gefühl, das unsere Flagge mehr durch negative Geschichte und Kampf verbunden ist, vor allem wenn sie zusätzlich durch den Adler geschmückt wird. Das macht auch folgende Passage deutlicher (Quelle: Wikipedia.org): „Diese Farbzusammenstellung wird auch durch einen (historisch verbürgten) Ausspruch aus den Befreiungskriegen bestätigt: Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit.“

Besser in unsere heutige Zeit und vor allem zur WM passt allerdings die Geschichte, dass schwarz-rot-goldene Fahnen erstmals 1832 auf dem Hambacher Fest als Symbol für das Streben einer jungen Generation nach „Freiheit“ und Einheit geschwenkt wurden. Auch aktuell zur WM 2010 schwenken sie wieder in Massen. Die vielen Menschen, darunter vor allem auch die Jugend und nachfolgenden Generationen. Und es ist irgendwie wieder so eine Zeit, in der es wichtig scheint nach Freiheit, aber vor allem auch nach Einheit und Zusammenhalt zu streben. Manchmal braucht es eben keine Politik, die dazu motiviert. Unsere Politik trägt eher dazu bei, dass Fass bis an den Rand zu füllen. Das Überlaufen müsste eigentlich das Volk übernehmen, um spürbare Veränderungen herbei zu führen.

Unsere Farben wehen mit Stolz im Stadion, aber auch in jedem Winkel des Landes. Man hat sich zu dieser WM schon vor Beginn eingedeckt mit ausreichend Fan-Material. Eine Tröte ist spätestens nach dem Spiel gegen England irgendwie ein MUST, um die fallenden Tore laut und deutlich heraus zu posaunen. Geschmückte Fahrzeuge, Klatschhand, Trillerpfeifen, Tüten, Außenspiegelschmuck und Schwarz-Rot-Goldene Miniröcke zierten bisher den doch heißen WM Sommer – vor allem aber auch Freude, Spaß und eben Freiheit.

Ja, der Stolz ist durchaus da. Und das ist gut so. Denn er überdeckt, wie schon damals zur letzten WM, das Chaos innerhalb der deutschen Politik. Und man sieht es unserer Kanzlerin durchaus an. Auch sie scheint durch jene genialen Siege etwas motiviert zu werden in einer für sie gerade nicht sehr prickelnden Lage. Sie braucht die Kraft des Volkes, doch das Volk benötigt auch ihr Rückgrat. Unsere 11 Jungs auf dem Platz können diesen Job vorübergehend ein Stück weit für sie übernehmen, doch wenn die WM rum ist, geht es nach und nach wieder über in den Alltag. Und der schaut in Deutschland ja doch ganz gerne leicht grau aus und nicht so bunt wie in Südafrika.

Deutschland wird auf der gesamten Welt gelobt und gefeiert. Viele andere Länder freuen sich über das Spiel der Deutschen. So frage ich mich: "Was wollen wir mehr?" Wäre Deutschland ein Unternehmen ( und das ist es indirekt irgendwo ), wäre das für dieses Unternehmen das Beste, was ihm überhaupt passieren kann. Die "Marke Deutschland" ist in aller Munde, in vielen Köpfen und Zeitungen. Man schaut auf uns. Man ist interessiert daran, wie unser Land als nächstes spielt und vielleicht auch daran, welche Innovationen es als nächstes hervor bringt. Den Grand Prix Eurovision  haben wir in der Tasche, so lasst uns noch den WM-Titel mit nach Hause nehmen, ihn aber auch mit der gesamten Welt teilen.

Und – lasst uns im Nachhinein auch noch lange stolz darauf sein, und diesen Stolz auch in unserem Land und gegenüber allen Mitmenschen spüren. Wenn Ihr auf der Straße jemandem begegnet, der Euch anschaut, grüßt ihn doch einfach mal und schaut nicht grimmig zurück. Wenn Ihr das Bedürfnis hab laut zu lachen oder Euch zu freuen, tut es doch einfach mal. Die Fußball-WM zeigt es ja mehr als deutlich – es gibt viele Gründe stolze auf auf Germany zu sein. Bleibt dran und ruft Euch die Erlebnisse und die Gefühle der WM immer wieder dann ab wenn es gerade etwas „Deutschgrau“ wird, und denkt einfach an die bunten Farben Südafrikas.

Herzlichst
Toby O. Rink


Weiterführende Links:

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Herzliche Grüße
Toby O. Rink

 

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