Danke für Spiel, Spaß und Spannung.

IBM PC

Linotronic 300

Der Filmbelichter zur Linotronic 300

Auf dem Mac Plus lernte ich setzen

Aldus PageMaker 1.0 – das Satzprogramm damals

Die erste Photoshop Version

Nicht zu vergessen natürlich Freehand – der Liebling

Der Quark hat sich lange gehalten

Mit Quark wurde es kreativer, keine Frage

Die Rückkehr des Steve Jobs – Welcom iMac

Der iMac – eine Wahnsinns-Entwicklung bis heute

Die mobile Revolution beginnt mit dem iPhone

Ein kleiner Schwank

Ja, seit 1989 bin ich nun schon beim Gestalten. Marken und Logos sind schön und während dieser Zeit gab es natürlich noch den ein oder anderen mehr. Ich möchte generell allen bisherigen Auftraggebern herzlichen danken. Ob groß oder klein. Nicht jeder war toll, aber zu 98% waren es die meisten. Die faulen Eier kann ich wirklich an der Hand abzählen.

1989 habe ich mir noch eine Lehre als Schriftsetzer und Typograph ergattern können, bevor dieses Berufsbild in den Mediengestalter umstrukturiert wurde. Zu Beginn haben wir noch den Bleisatz in den Keller geräumt, während in den Räumen über uns schon die tollen Mac auf ihre Bediener warteten.

So ging es dann los mit dem Seitenbauen in PageMaker 1.0 und auf dem 9 Zoll Bildschirm des Mac Plus, wohlbemerkt in schwarz-weiss. 4 MB Arbeitsspeicher sollten reichen, 3,5 Zoll Diskettenlaufwerk, Festplatte keine, aber mit einer ziemlich schrägen Maus. Nicht lachen, denn damals war das ein richtiges Highlight. Immerhin waren alle Macs miteinander vernetzt und schnurrten leise vor sich hin. Parallel warteten im Betrieb allerdings noch die guten alten Maschinen wie die Linotronic 300. Gestaltung anhand eines X/Y-Koordinatensystems ohne Wysiwyg natürlich. Man gestaltete frei hinein in den schwarzen Bildschirm mit der grünen Schrift. Ha, aber eines war zu dieser Zeit fantastisch. Man lernte, auf Basis seiner Skizze oder Scribbles das spätere Ergebnis zu gestalten. Nicht wie es heute gerne gemacht wird – gleich ab an den Rechner und wenn einem dann nichts einfällt kommt das Scribble als Notnagel.

Dann gab es da natürlich noch die heute geliebten Klassiker wie Freehand, Photoshop oder Quark. Alles ging damals frisch an den Start und irgendwie hatten diese schwarz-weiss Intros der Tools ja auch was. Nachdem sich Photoshop und Quark endlich auch zu Tools mausersten, begannen die Gestalter zu experimentieren. Eine tolle Zeit. Doch auch Hut ab vor jenen Typographen, die solche Mittel damals nicht hatten und trotzdem extrem gute Lösungen zauberten wie z.B. Herb Lubalin, der ja zudem noch farbenblind war.

Tolle Sache, wenn man Dinge noch an der Basis gelernt hat.

Es ist wie mit allem. Wenn man etwas von »klein« auf richtig lernt oder zu Beginn richtig gezeigt bekommt, sind das Mehrwerte die einen sein ganzen Leben lang begleiten. So ist das auch im Job des Gestalters. Wer nicht gelernt hat zu skizzieren oder mal ein schnelles Scribble zu machen, wird sich damit schwer tun es zu lernen. Und dabei hat eine Skizze so viele Vorteile. Nicht nur für den Gestalter, sondern auch für den Kunden – sie spart Zeit, viel Zeit. Und man kommt mal weg von der Flimmerkist und seinen Mails und beschäftigt sich mal mit der Ideenfindung selbst. Und das ohne jede technische Ablenkung.

Warum lernen die Mediengestalter heute nicht mehr gestalten?

Es ist etwas erschreckend, wenn man von seinem Azubi erfährt, dass in der Schule der Mediengestalter z.B. keine Schrift mehr skizziert wird. Wir lernten damals noch eine Times mit einem spitzen Bleistift in 8 Punkt Schriftgröße zu skizzieren. Dann mal wieder in 40 Punkt und so weiter. Das Gefühl für Schrift und gute Typografie bis ins Detail geht mit einer solchen Ausbildung zunehmend verloren, sofern der Azubi es nicht vom Betrieb gezeigt bekommt. Bei uns gehört das noch mit zu den Basics. Ohne Scribble oder kleine Gedankenskizze gehts nicht an die Kiste.

Vom Papier zu den Pixeln (PP) – oder bald zum Pixelpapier?

So nahm' die digitale Zeit seit dem DTP ihren Lauf. Mir hat das irgendwie Spaß gemacht zu sehen, wie sich das alles entwickelt. Ich habe gerne neue Dinge ausprobiert, was heute noch dazu gehört. Probieren ist Pflicht, denn nur so lernen sich auch neue Tools verbunden mit praktischen Anforderungen. Dem Print und dem Papier blieb ich treu, bis ich dann 1996 in den Multimediabereich wechselte. Dort ging es dann los mit den ersten Websites und dem großen CD-ROM Trend. Bei Interface Design für CD-ROMs lernte ich das pixelgetreue Arbeiten. Jeder Pixelversatz fiel hier sofort in Auge. Diese Einstellung und das damit Gelernte zieht sich heute hinein in jedes Projekt. Seit dem mischte sich Papier mit den digitalen Medien und ich bin froh, dass das so ist. Denn wenige Gestalter können heute noch sagen, dass sie beide Epochen wirklich hautnah miterlebt haben und damit groß geworden sind.

Die mobile Revolution, bzw. die digitale Leichtigkeit

Mit dem ersten iMac begann eigentlich schon dieser Revolution-Gedanke. Denn mit ihm kam auch Steve Jobs wieder zurück zu Apple und führte die Roadmap der nächsten Jahre vor. NextStep wurde Bestandteil des heutigen OS X und der heutige iMac ist eigentlich eine Höllenmaschine im Vergleich zu den Pro-Geräten aus den 90-ziger Jahren. Eine neue digitale Leichtigkeit ist spürbar. Manche müssen das optisch noch lernen, doch auch für Designer bedeutet das, sich mehr und mehr auch mit der Leichtigkeit in puncto Benutzerführung und den damit verbundenen Interface Designs auseinander zu setzen. Es ist eine technische, aber auch optische Revolution, die uns die nächsten Jahre sicher noch in Bewegung hält. So freue ich mich schon auf das, was da kommt.

Danke für's Lesen, mitfreuen und nachdenken.

Toby O. Rink