Und wer inspiriert mich?
Man kennt sie ja, diese Gegenfrage. Wieso soll ich mich einbringen, mir hilft ja auch keiner. Und dann auch noch für das Land? Sollen doch mal die Oberhäuptlinge da oben in der Politik zeigen, was sie auf der Pfanne haben. Nicht nur Versprechungen in die Welt rufen, die nicht gehalten werden. Ja, ja. So ticken viele Köpfe in der Gesellschaft, nicht nur in Deutschland. Doch in Deutschland fällt einem das besonders auf, vielleicht auch, weil man inmitten dieser Stimmung lebt.
Ja, was für eine Stimmung eigentlich? Positiv, negativ, destruktiv, faul, rücksichtslos, bequem, wartend…? Was man so vermisst ist eine spürbare Aktivität in Deutschland. Natürlich gibt es schon Menschen, die sich ganz toll einsetzen und etwas antreiben, doch scheinen diese Aktivitäten immmer noch zu schwach zu sein, um sich auf die Grundstimmung im Land auszuwirken.
Wieso warten? Und vor allem auf wen?
So frägt man sich nicht selten, auf wen der Großteil unseres Volks eigentlich wartet? Darauf, dass unsere Häuptlinge in Berlin endlich mal die richtigen Entscheidungen für uns alle treffen? Tja, das wird leider nicht funktionieren, denn einer ist immer unzufrieden und verbreitet seine Laune an die anderen weiter. Da muss man sich nicht wundern, oder?
Und dann wird da oft noch der Begriff »Demokratie« etwas falsch verstanden. Nicht wir, das Volk entscheiden, sondern es wird für uns entschieden. Leider von einem kleinen Bruchteil von Menschen, die wir auch noch wählen, damit sie gewisse Entscheidungen für uns abnehmen, über die man sich dann hier und da wieder empört. Hm, eigentlich eine ziemlich verwirrte Sache so ein Land. Und man darf sich gerne fragen, weshalb das Volk immer wieder auf die gleichen Tricks hinein fällt?
Also, auf wen warten wir da eigentlich?
Das Land braucht Gestalter.
Um etwas zu verändern, braucht es Aktionismus nach vorne. Machen, machen, machen. Durch das Machen entstehen Sachen. Das Land braucht sie, diesen unbequemen Typen und Kneter, die in jeden kleinsten Winkel neugierig hinein schnüffeln, um heraus zu finden, wo sich die Dinge formen lassen. Und Gestalter müssen Gestalter anstecken. In der Designbranche kennt man das ja zu gut, diesen bescheuerten Neid aufeinander. So auf die Art, Ätsch ich hab' nen neuen Kunden und Du nicht. Meine Grafik ist viel toller als Deine und überhaupt ist unsere Agentur sowieso die beste im ganzen Land. Ja nun, da frägt man sich ab und an mal, wo die Besten der Besten eigentlich so ihr Unwesen treiben? Genau um das geht es. Diese Krieger zu finden und zu aktivieren.
»Made in Germany« – auf diesen Qualitätsausdruck war man einmal stolz. Wo ist dieser Stolz nur geblieben?
