Wer um Gottes Willen macht denn noch alles Markendesign?
Sind wir noch so ein Marken-Studio? Oder eine Kommunikationsagentur? Oder eine Branding-Agentur? Hm… Lange haben wir darüber nachgedacht was wir eigentlich sind. Und irgendwann hat's dann gefunkt. Zumindest hat's zunächst erst mal dahingehend gefunkt, was wir nicht sein möchten. Denn eines wurde uns zunehmend klarer. Die Zeit hat sich deutlich gewandelt und die Aufgabe und Verantwortung der Markenführung wird wieder zunehmend dort angesiedelt, wo die Fäden ganz am Ende zusammenlaufen, wenn es um wirtschafliche Entscheidungen und menschliches Verantwortungsbewusstsein innerhalb eines Unternehmens geht – beim Unternehmer selbst. Von ihm gehen wichtige Impulse an die Mitarbeiter. Auch ein Vorstand hat ein Leben ausserhalb seines Unternehmens, auch wenn das bei dem ein oder anderen nicht den Anschein haben mag. Aufgrund seiner Funktionen hat gerade er die besondere Aufgabe genau dieses Privatleben zu pflegen und zu schützen. Denn es ist immens wichtig für alle Beteiligten im Unternehmen, dass es hier eine gewisse Balance zwischen Geschäft und Privat gibt. Das gilt nicht nur für den Vorstand und Unternehmer, sondern auch für jeden einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen.
Was also möchten wir aus diesen Gründen nicht sein?
Wir möchten auf keinen Fall eine Agentur sein, die einem Unternehmen nur des Geldes wegen etwas verkauft, was es nicht wirklich benötigt. Wir möchten nicht verantwortlich sein für die X-te Werbekampagne, die aufgrund Medienüberlastung keiner mehr sehen möchte. Wir möchten keine Kommunikation schaffen, hinter der der Unternehmer nicht selbst steht. Denn er ist das Unternehmen und trägt die Verantwortung – für sich, seine Mitarbeiter und seine Marke. Wir möchten keine Worte verdrehen, sondern einfach 100% Ehrlichkeit entgegenbringen. Wir möchten nicht um die nächste Identität pitchen, sondern gemeinsam die passende Identität finden und eine Basis schaffen, auf der eine Marke Emotionalität entwickeln kann. Das geht nur im persönlichen und direkten Austausch. Betrunken, am Lagerfeuer oder in mehreren nächtlichen Tagebuchgesprächen. Aber nicht beim Segeln, Golfen, oder irgendwelchen huschi-huschi Säuseleien. Wir möchten nicht irgendein Dienstleister sein, sondern ein persönlicher oder privater Begleiter, dem man auch einmal seine dunkelsten Gedanken beichten kann ohne das Gefühl zu haben, danach verraten zu werden. Wir möchten nicht um Anerkennung oder um den besten Platz in der Design-Rangliste kämpfen, sondern um den besten Platz im Herzen der Menschen für die wir arbeiten und die wir Tag für Tag begleiten.
Marke, Emotion und Energie
Wir sehen uns erst einmal als Menschen und Begleiter, dann als Designer. Denn bevor wir designen, bzw. etwas in Form eines Bildes oder Textes gestalten, hören wir zu und begleiten erst einmal. Das kann man nun schon »Prozess« nennen, wir nennen es einfach mal Gespräche. Denn durch diese Gespräche lernen wir uns kennen. Vielleicht können wir uns ja gar nicht riechen. Dann hat das Design sowieso keine langfristige Chance. Denn es würde auf Dauer so aussehen wie die herrschende Anspannung, welche die Zusammenarbeit begleitet.
Wir haben den Begriff emotion nicht ganz unbewusst gewählt. Wir selbst umgeben uns bewusst mit Energie und üben uns in regelmäßiger Ausbildung in Tai Chi, Kung Fu, Bioenergetischer Psychologie oder Meditation. Das alles hat etwas mit Energie zu tun. Das mag zunächst merkwürdig klingen. Doch wir alle sind von einem Energiefeld umgeben und jeder straht diese, seine persönliche Energie aus. So hat auch jede Marke einen eigenen Charakter und ihr persönliches Energiefeld. Apple z.B. wird immer wieder zu bestimmten Zeitpunkten mit Energie umgeben und lädt sich damit wie fast von selbst auf. Man spürt förmlich, dass etwas in der Luft liegt. Das kennst Du vielleicht auch nur allzu gut aus zahlreichen Terminen und Geschäftsgesprächen. Jemand betritt glücklich den Raum und erhellt ihn, ein anderer drückt die Atmosphäre von einer Sekunde auf die andere nach unten. Auch das ist Energie. Jeder Gedanke ist Energie und löst vielleicht noch mehr Energie aus. Diese Energie kann sich z.B. in Form einer Emotion ausdrücken. Das kann Freude oder z.B. Wut sein. Und wir werden eben von diesen/unseren Emotionen geleitet, bzw. eigentlich von unseren Gedanken, welche diese Emotion auslösen. Auch eine Marke kann emotional sein. Nun darfst Du dich fragen, wer wohl die Gedanken hatte, welche eine Marke emotional machen? Meist wohl die Werber, die Kreativen oder auch die Marketingabteilungen der Unternehmen – einfach wir als Menschen.
Nun kannst Du dich weiter fragen, was wohl passiert, wenn eine Abteilung im Unternehmen selbst schon emotional vorbelastet ist? Diese Stimmung überträgt sich auch auf die Grundstimmung der Marke. Vielleicht verstehst Du nun etwas, warum es so wichtig ist, dass der Unternehmer / Vorstand selbst mit anpackt und voll und ganz dahinter steht. Und weshalb er seine Balance aus Privat und Geschäftsleben halten muss. Und nun wird auch etwas klarer, warum Marken-Identitäten ständig wechseln, oder? Wir Menschen verändern sich Tag für Tag und mit uns auch unsere Umgebung.
Marke und Selbstfindung?
Ja. In gewisser Weise ist das schon so. Allerdings übernehmen in der Regel Agenturen diesen Selbstfindungsprozess. Warum aber heisst es dann Selbstfindung? Findet diese in der Regel nicht mit sich selbst statt? Ja, genau das fragen wir uns gerade. Was haben Agenturen dann eigentlich in diesem Prozess zu suchen? Und warum übernimmt nicht der Unternehmer selbst diese Selbstfindung? Welche Selbstfindung überhaupt – privat oder geschäftlich? Ideal wäre beides, doch wir alle wissen wie schwer das ist, darum gibt es die externen Unterstützer, die dann hoffentlich auch mit sich selbst im Reinen sind. ;-) Kritische, aber auch wichtige Fragen. Letztlich ist es aber genau das, was eine wahre Marke ausmacht – die emotionale Balance mit ihrem Umfeld zu finden. Und wenn sie einmal aus der Balance gerät sollte sie wissen, wie sie diese wieder findet. Da ist mancher Rat teuer.
Und genau hier möchten wir helfen. Zusammen mit den Verantwortlichen und Unternehmern, die sich letztlich für ihre Marke gegenüber ihren Mitmenschen verbürgen.
Sind wir die »Marken-Selbstfinder«
Wir sehen unsere Aufgabe schon als Designer, die auch mit exzellentem Design unterstützen. Allerdings sehen wir unsere Aufgabe zunächst darin, den Unternehmer mit seinem Unternehmen und seinen persönlichen Vorstellungen deckungsgleich zu bekommen. Stülpt man den Unternehmer gedanklich über das Unternehmen, muss er da drüber passen wie auch sein Sakko über seinen Körper alleine schon aufgrund der Aussenwirkung.
Wer also könnte eine Marke besser formen als der Unternehmer selbst? In den Sackgassen stehen wir dann gerne zur Seite und packen gerne mit an.
