Treffen mit Bernhard Paul, Circus Roncalli.

Logo Roncalli

Toby O. Rink mit Bernhard Paul

Bernhard Paul als Clown Zippo

Schöne Nostalgie

Welt der Faszinationen

Circus – viel Design und Leidenschaft

Im Sommer 2008 traf ich mich mit dem Direktor des Circus Roncalli, Bernhard Paul, zu einem Interview in seinem wunderschön nostalgischen Circuswagen. Zusammen mit Frau und Kind wurden wir sehr herzlich empfangen. Von Hektik und Manager-Stress keine Spur. So unterhielt ich mich mit Bernhard Paul sehr lebendig und er erzählte über viele, viele Dinge. Sehr schnell vergingen zwei Stunden voller Eindrücke und persönlicher Bereicherungen.

Für Bernhard Paul sind mit der Gründung des Zirkus Roncalli gleich mehrere Kindheitsträume in Erfüllung gegangen, auch wenn der Weg hart war. Denn selten erfüllen sich Träume, ohne etwas dafür getan zu haben.

Bernhard Paul

Bernhard Paul, Zirkus-Direktor des Circus Roncalli, wurde am 20. Mai 1947 in Niederösterreich geboren. Als 5-jähriger wollte er nach seiner ersten Circus-Vorstellung am liebsten gleich mit diesem durchbrennen. Die Eltern aber meinten: »Du lernst etwas Anständiges, sonst wirst Du im Circus oder unter der Brücke enden«. So war damals der Stellenwert des Circus.

Er studierte Hoch- und Tiefbau, sowie Grafik Design in Wien. Als Art-Director war er für das politische Magazin »profil« (www.profil.at) tätig. Es war die Zeit der gemalten Cover. Und so entstand u. a. das Cover »Selbstmord in Österreich«, das damals beim ADC gewann. Trotz seines Erfolges als Art-Director ließ ihn der Circus-Traum nicht los. Mit dem Start seines ersten Circus, den er 1976 mit André Heller gründete, entstand der Name Roncalli. Er fällt zurück auf Papst Johannes XXIII, der den bürgerlichen Namen »Giuseppe Roncalli« trug. »Er hat gedacht, i hab’ Geld, und i hab’ gedacht, er hat Geld«, erinnert er sich zurück an die damalige Pleite mit Heller. Da ein Lebenstraum aber kein ‚Nein’ akzeptiert, biss sich Bernhard Paul alleine durch – als Elektriker, Schlosser, Maler/Lackierer und Musiker. 1980 wagte er schließlich zusammen mit dem Kabarettisten Emil Steinberger den Neubeginn.

Reise zum Regenbogen

Mit der Geschichte »Reise zum Regenbogen – eine Reise ins Glück« kam der große Durchbruch. Viele bewegende Jahre folgten. Bis heute 33 Jahre Begeisterung und Leidenschaft. Aus gestalterischer Sicht ist dabei das Schöne, dass das Logo laut Bernhard Paul bis heute nur zweimal angepasst wurde. Kurz nachdem er seinen ersten Malibu-Urlaub verbrachte, kamen drei Palmen hinzu, sowie die damalige Sonnenuntergangs-Stimmung. »Das war eine Stimmung, die fotografiert so kitschig geworden wäre, dass es niemand geglaubt hätte«, erzählt er. Sie faszinierte ihn. Und so sind wir gespannt, welche Träume sich Bernhard Paul für sich und seine Mitmenschen in Zukunft noch erfüllen möchte – denn sein Berufsziel heißt »Kind bleiben«.